Agilität, Qualität & andere Missverständnisse…

„Agilität, Agilität, Agilität.“ So rauscht(e) es durch die Softwareentwicklungslandschaft. Jeder der nicht wenigstens iterativ arbeitet ist uncool, ewig gestrig, arbeitet fernab jeder Realität und wird auf Dauer einen langen und qualvollen Tot in der Change-Request-Refaktorisierungs-Bug-Ping-Pong-Hölle sterben. Na gut, letzteres passiert meiner Erfahrung nach eher denjenigen die sich all zu unvorsichtig auf die Agilität eingelassen haben ohne ihre tatsächlich gelebten Vorgehen einmal in Frage zu stellen.

Die Verschmelzung zweier Welten hat immer zur Folge, dass Teile dieser zwei in die Neue übergehen und das ist völlig richtig so. Dumm nur, wenn Dinge konvergieren die eigentlich besser nicht kombiniert werden sollten. Dann wird aus dem Elysion sehr schnell der Tataros. Genau das passiert meiner Meinung nach wenn sich die Qualitätssicherung nicht daran anpasst, dass Requirements verändert werden. Denn so viel hat das Mantra der Agilität erreicht: In den Köpfen ist angekommen, dass es besser ist auf Veränderung zu reagieren als einem strikten Plan zu folgen. Im Umkehrschluss also: Alles bleibt anders!

Was ich damit genau meine will ich an der Stelle gar nicht mehr schriftlich, sondern wörtlich zusammenfassen. Denn im Juni hatte ich die Chance bei einer firmeninternen Konferenz einen Vortrag zum Thema zu halten. Dieser richtete sich dabei an alle, am operativen Geschäft, Beteiligten. Also vom Entwickler, über den Projektmanager und Tester bis hin zur Unternehmensführung. Dabei muss man außerdem sagen, dass unsere Firma vorrangig für Großunternehmen arbeitet und dort fällt der Eingangs erwähnte Umstand der „prozessorientierten Agilität“ sehr deutlich auf.

Das Video selbst ist ein Zusammenschnitt eines wesentlich längeren Vortrags, wobei ich an dieser Stelle offen und ehrlich meinen Hut vor der guten Arbeit der Produktionsfirma Knitterfisch ziehen. Man merkt kaum, dass etwas im Vortrag fehlt und die Kameraführung ist klasse. Sehr gute Arbeit!

Weiterhin möchte ich all den Sprechern der diesjährigen Developer Week danken, mit denen ich hervorragende Unterhaltungen hatte. Insbesondere ist hier Chriss Rupp zu erwähnen, der ich auch ein Zitat aus ihrer Keynote gemopst habe. Danke!